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Entspannter arbeiten in Bibliotheken: Praktische Tipps für mehr Ruhe im hektischen Bibliotheksalltag

Stell dir vor: es ist Freitagnachmittag und du arbeitest in der Bibliothek hinterm Infotresen. Das Telefon klingelt, einige Personen stehen vor dem Tresen. Jeder möchte etwas von dir. Ein Mann hält ein schreiendes Baby auf dem Arm, während er ein Anmeldeformular ausfüllt. Eine Gruppe Kinder läuft um die Regale und spielt Fangen, Eltern sind nicht in Sicht. Eine ältere Dame beschwert sich über die Unruhe. Eine Frau kommt an den Tresen und sagt, dass das Papier am Selbstverbucher alle ist, sie braucht noch einen Beleg. Und sofort, denn ihr Bus fährt gleich. Plötzlich wird dein Bildschirm schwarz. Ein Fehler in der Verbuchungssoftware, es startet neu und kann einige Minuten dauern.

Wie entspannt bleibst du da?

Manchmal kann die Arbeit in Bibliotheken ziemlich herausfordernd sein. Nicht nur durch die Nutzenden, denn auch die Aufgaben werden gefühlt immer mehr, umfangreicher, anspruchsvoller und hören einfach nie auf. Dazu kommt ständiger Personalmangel, vielleicht miese Stimmung im Team, immer mehr Angebote und Dienstleistungen, die Kooperationen mit verschiedensten Institutionen und Menschen und vieles mehr. Da kann einem der Kopf manchmal ganz schön schwirren. Deshalb schauen wir uns im Folgenden an, wie du Achtsamkeit in deinen beruflichen Alltag integrieren kannst und durch durch zusätzliche Strukturen mehr Gelassenheit bekommst.

Darum ist Achtsamkeit im Bibliotheksalltag wichtig

In einer Bibliothek, in der Stille und Konzentration herrschen, aber auch Räume für lebhafte Abenteuer bereit hält, spielt Achtsamkeit eine entscheidende Rolle im Arbeitsalltag. Mitarbeitende, die achtsam sind, können sich besser auf ihre Aufgaben konzentrieren und präsent für die Bedürfnisse der Bibliotheksnutzenden sein. Durch bewusstes Handeln und Mitgefühl ent steht, optimalerweise, ein Raum der Ruhe und Klarheit, in dem jeder sich geschätzt und verstanden fühlt. Daher zeigt sich die Bedeutung von Achtsamkeit vor allem in der Interaktion mit Nutzenden und anderen Mitarbeitenden. Durch Achtsamkeitsübungen und bewusste Pausen kannst du deine Effizienz steigern und gleichzeitig für ein harmonisches Arbeitsumfeld sorgen. Denn ich kenne es auch so von mir: wenn ich selbst entspannter bin, kann mein Umfeld auch entspannter werden.

Achtsamkeitsübungen für langfristige Entspannung

Durch gezielte Achtsamkeitsübungen kannst du deine Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment lenken und so Stress abbauen. Versuche beispielsweise, bewusst zu atmen, deine Sinne zu schärfen oder kurze Meditationspausen einzulegen. Diese Praktiken helfen dir dabei, im Hier und Jetzt zu verweilen und deine Gedanken zu beruhigen. Indem du regelmäßig Achtsamkeitsübungen in deinen Arbeitsalltag integrierst, schaffst du eine Atmosphäre der Gelassenheit, die sich positiv auf deine Arbeit in der Bibliothek auswirken kann. Nutze diese kleinen Momente der Achtsamkeit, um dich zu erden und neue Energie zu tanken – für mehr Ausgeglichenheit und Effizienz bei der Arbeit. Ich stelle dir 3 Übungen vor, die auch Teil meines Alltags sind. Probiere alle ein mal aus und schaue, ob du wenigstens eine Übung in deinen eigenen Alltag integrieren kannst.

1. Bodyscan

Setze dich entspannt hin, deine Füße berühren den Boden. Schließe die Augen und scanne Schritt für Schritt deinen gesamten Körper und das Gefühl in den einzelnen Regionen. Fang bei den Füßen an. Spüre wie deine Fußsohlen den festen Boden berühren. Spüre deine einzelnen Zehen. Deine Knöchel. Deine Wade. Dein Schienbein. Deine Knie. Nimm dir wirklich Zeit dafür und gehe deine gesamten Körperpartien durch. Bis du schließlich am Haaransatz angelangt bist. Nun stellst du die vor, wie ein Band oben an deinem Kopf befestigt ist und dich hoch zieht, bis du komplett aufrecht sitzt. Atme drei mal tief ein und aus und öffne deine Augen.

Diese Übung kannst du gut morgens machen, bevor die ersten Gäste die Bibliothek stürmen. Oder bei Bedarf zwischendurch, wenn du merkst, dass du überwältigt bist. Es sorgt dafür, dass deine Gedanken wieder ganz bei dir sind und du dich etwas erden kannst.

2. 4-6-8 Methode

Eine Atemübung, die du in akuten Situationen einsetzen kannst, um Stress abzubauen: setze oder stelle dich aufrecht hin. Lege deine Hand auf deinen Bauch. Und atme nach dem folgenden Muster tief in den Bauch, statt lediglich in den Brustkorb.

  • Langsam und tief durch die Nase einatmen, zähle dabei bis vier.
  • Halte die Luft an, zähle dabei bis sechs.
  • Langsam durch den Mund ausatmen, zähle dabei bis acht.

Wiederhole das Ganze mindestens fünf mal. Du wirst sehen, dein Stress ist schon nach wenigen Augenblicken weniger.

3. Mantra-Wiederholungen

Ich bin ehrlich, ich weiß nicht, wie der richtige Ausdruck dafür ist, aber das ist auch egal. Hauptsache, es wirkt. Diese Übung kannst du ebenso in akuten Situationen einsetzen, in denen du aufsteigenden Stress beruhigen möchtest.

Überlege dir einen Satz, der beruhigend auf dich wirkt. Zum Beispiel „Ich bin ruhig und entspannt“. Wiederhole diesen Satz gedanklich immer wieder oder, wenn du ungestört bist, sage ihn wiederholt auf.

Mir hat es geholfen, als ich schwanger mit Zwillingen im Sommer in der überfüllten Berliner U-Bahn saß und dachte, ich bekomme keine Luft mehr. Anstatt mich auf die fehlende Luft zu konzentrieren, habe ich mir selbst gesagt, dass ich ruhig und entspannt bin. Und mein Körper hat mir geglaubt und ist entspannter geworden. Auch jetzt mache ich diese Übung immer noch zwischendurch, auch mit anderen Mantras. Je nachdem, was ich gerade benötige.

Kopf frei bekommen durch eine gute Arbeitsumgebung

Achtsamkeit sorgt ja dafür, wieder mehr im Hier und Jetzt zu sein und seine Gedanken zu beruhigen. Genauso trägt aber auch eine gute Arbeitsumgebung dazu bei, entspannter zu sein. Versuche daher, deinen Arbeitsplatz möglichst aufgeräumt zu halten. Um dich auf einzelne Aufgaben fokussieren zu können, vermeide es, weitere Aufgaben in dein Sichtfeld zu stapeln. Ich kenne es noch aus meiner Zeit in einer ÖB: da lagen Medien zum Katalogisieren, Post-Its mit irgendwelchen Notizen, das Mailprogramm war offen, Bücher mit herausgerissenen Seiten warteten darauf repariert zu werden, Ausdrucke lagen zur weiteren Bearbeitung bereit, und so weiter. Du kennst es wahrscheinlich. Aber wirklich auf eine Sache konzentrieren kann man sich dann schwer. Wenn es möglich ist, pack die Bücher in ein Regal hinter dir. Schließe das Mailprogramm und öffne es nur in vorher festgelegten, regelmäßigen Abständen. Und schiebe alles weitere in eine Schublade, bis du Zeit für diese Aufgaben hast. Wenn auf deinem Schreibtisch Platz ist, hat dein Kopf auch gefühlt mehr Platz zum Denken und Entspannen.

Mehr Entspannung durch Struktur

Indem du alle Aufgaben und To-Dos aus deinem Kopf lässt, können sie Platz für Ruhe machen. Und mit einer guten Struktur bei wiederholenden Aufgaben und einer durchdachten Basis bei Projekten, hast du gerade bei großen Aufgaben einen längeren Atmen und kannst dich später mehr Zurücklehnen. Das kann in der Praxis so aussehen:

Übersicht über alle To Dos

Schreibe alle, also wirklich ALLE Aufgaben und To-Dos auf, die es zu erledigen gibt. Das kannst du digital machen oder auf einem Blatt Papier. Auf jeden Fall sollte alles darauf stehen, damit dein Gehirn nicht ständig daran denken muss, um es nicht zu vergessen. Anschließend kannst du dir jeden Tag 3 To-Dos raussuchen, die an dem Tag auf jeden Fall erledigt werden. Und dann packst du die Liste wieder weg. Alles, was du zusätzlich noch schaffst, ist super, aber kein Muss. Versuche dir dabei selbst den Stress rauszunehmen.

Feste Termine für wiederholende Aufgaben

Es gibt so Aufgaben, die kommen einfach immer wieder und sind endlos. Zum Beispiel Social Media. Um nicht täglich auf Neue den Druck zu haben, jetzt etwas zu posten, kannst du dir eine Struktur schaffen, die dich entspannen lässt und mit der du gleichzeitig auch bessere Posts veröffentlichst (weil sie zielführender sind). Wie das geht? Nimm dir einen Jahresplan. Schreibe für jeden Monat des Jahres ein übergeordnetes Thema auf, das in dieser Zeit auf z. B. Instagram im Fokus stehen sollte. Das kann der Sommerleseclub sein, aber auch Makerspace, Romane, Sachbücher, Veranstaltungen, Angebote für Familien oder ähnliches eignen sich als Thema. Anschließend setzt du dir Termine, zu denen du die Inhalte für den Monat planst. Beispielsweise planst du immer am letzten Freitag den Folgemonat. Trage dir die Termine in den Kalender ein!

An diesen Tagen planst du den Inhalt des kommenden Monats: was für Veranstaltungen stehen an? Welche Feiertage kann man für Inhalte nutzen? Was ist das Thema des Monats? Gibt es fortlaufende Serien in unserem Content (z. B. regelmäßige Mitarbeitervorstellung oder jede Woche ein Überblick, was in der Bücherei demnächst los ist)? Welche Trends gibt es aktuell? Welche Ideen haben wir sonst noch rund um unsere Bibliothek, die für die Zielgruppe interessant wäre? Aus all diesen Fragen erstellst du nach und nach Ideen für einzelne Posts. Diese kannst du auch schon einzelnen Tagen zuordnen. Und voilà: du hast einen Plan über den Content des nächsten Monats.

Zum Ausarbeiten der einzelnen Posts kannst du dir wieder feste Termine legen. Drehe z. B. an einem Tag die Reels der kommenden zwei Wochen. Oder nutze ein mal die Woche die Meta Business Suite, um Posts fertig zu stellen und automatisiert zu veröffentlichen. Egal, wie du es verteilst: indem du gleiche Aufgaben zusammen machst und wiederholende Aufgaben an festen Terminen erledigst, sparst du Zeit, bist entspannter, weil alles organisiert ist und kannst vom Kopf her besser zur Ruhe kommen.

Strategien für bessere Ergebnisse

Eins meiner Lieblingsthemen, weshalb ich auch nicht müde werde, darüber zu reden: starte nichts ohne Projektplan oder Strategie! Denn die Zeit, die du am Anfang zusätzlich investierst, zahlt sich am Ende um ein Vielfaches aus. Das gilt auch, wenn du Marketing für deine Bibliothek betreibst. Erstelle dir immer eine Strategie, an der du dich bei allen späteren Fragen orientieren kannst. Eine solche Strategie umfasst nämlich alles, was für die späteren Aktionen wichtig ist: Was möchte die Bibliothek mit ihrem Marketing erreichen? Wie bauen die einzelnen Marketingaspekte aufeinander auf? Wer ist die Zielgruppe? Was interessiert die Zielgruppe? Mit welcher Strategie wird das Ziel der Bibliothek mit den vorhandenen Ressourcen und Fokus auf die Zielgruppe voraussichtlich am besten erreicht? Wie stellt sich die Bibliothek nach Außen dar? All das und viel mehr sind Fragen, die du als Grundlage für eine Marketingstrategie für deine Bibliothek stellen solltest und auf der alle weiteren Aktionen aufbauen: eure Social Media Accounts, eure Website, Newsletter, Veranstaltungen, Kooperationen usw. Daher: kein Marketing ohne Strategie! Dein späteres Ich wird es dir danken.

Achte gut auf dich

Zusammenfassend möchte ich dir noch einmal sagen, dass deine Gesundheit dein wichtigstes Gut ist. Achte sehr darauf und auf eine ausgewogene Balance zwischen stressigen Zeiten und genügend Ruhe. Dein Kopf und dein Körper brauchen die Pausen, um langfristig gut zu funktionieren. Ich muss mir das selbst immer wieder vor Augen halten und vergesse es auch in einigen Situationen öfter. Daher ist es so wichtig, einzelne Achtsamkeitsübungen und Struktur in seinen Arbeitsalltag zu integrieren. So hat Stress gar keine Möglichkeit, die Oberhand zu gewinnen! Teile den Artikel gerne mit deinem Kollegium, um auch sie daran zu erinnern, gut auf sich zu achten. Oder nehmt es als Anlass, um morgens zusammen als Team mit einer Meditation in den Tag zu starten. Auf Youtube findet ihr sicher passende anleitende Videos dafür. Egal wie: hab eine gute Zeit und bleib gesund!

Mehr Strategie: „Von Klicks zur Community: So gelingt Bibliotheksmarketing“

Du möchtest mehr Struktur in dein Bibliotheksmarketing bringen, um mehr potentielle Nutzer zu erreichen, deinen Kopf frei zu bekommen und tatsächlich die Ziele der Bibliothek zu erreichen? Dann hol dir den Kurs „Von Klicks zur Community: So gelingt Bibliotheksmarketing“!

Der Kurs ist eine Aufzeichnung des Webinars vom 12.04.2024, auf das wirklich viele gute Resonanzen kamen. Deshalb hier noch einmal für alle die Möglichkeit, die den Termin verpasst haben.

Am Ende des Kurses hast du einen Überblick darüber, warum strategisches Marketing wichtig ist, was dazu gehört, und wie man es umsetzen kann.

Buchbar bis einschließlich 19.05.2024. Bis zum 05.05. gilt der Wochenend-Rabatt (-50 %) von 19 € netto. Anschließend regulärer Preis: 38 € netto.

Klicke einfach auf den Button oben oder hier auf den Link für weitere Infos zum Kurs „Von Klicks zur Community: So gelingt Bibliotheksmarketing“: https://bibliothekenonline.myelopage.com/s/bibliothekenonline/bibliotheksmarketing-aufzeichnung

Ich freue mich auf dich und bleib gesund!

Daniela ✨